Jahrzehntelang war die stehende Zündflamme die Standardzündmethode für Gasöfen, Öfen und Warmwasserbereiter. Eine kleine Flamme brannte ununterbrochen und war bereit, den Hauptbrenner zu zünden, wann immer das Gerät Wärme benötigte. Es war zuverlässig und kostengünstig in der Herstellung. Aber es war auch verschwenderisch. Die Zündflamme verbrauchte zwischen 10 und 40 Prozent des vom Gerät verbrauchten Gases, und dieses Gas bot keinen anderen Nutzen, als die Flamme am Leben zu halten. In einer Zeit steigender Energiekosten und strengerer Effizienzstandards wurde diese Verschwendung unhaltbar.
Der Heißflächenzünder hat alles verändert. Im Gegensatz zu einer Zündflamme hat eine HSI keine stehende Flamme. Der Strom fließt durch ein Keramikelement, das rotglühend leuchtet und den Hauptbrenner direkt zündet. Der Zünder verbraucht nur dann Strom, wenn das Gerät tatsächlich feuert. Kein kontinuierlicher Gasverbrauch. Es brennt rund um die Uhr keine Flamme. Die Energieeinsparungen waren unmittelbar und erheblich.
Doch die eigentliche Revolution kam mit dem Material. Frühe Heißflächenzünder bestanden aus Siliziumkarbid. Sie funktionierten, hatten aber eine gravierende Schwäche: Sie waren spröde. Siliziumkarbid-Zünder neigten mit zunehmendem Alter dazu, zu reißen und zu brechen. Ein gesprungener Zünder bedeutete, dass keine Heizung erforderlich war, und die Techniker gewöhnten sich daran, bei jedem Servicebesuch nach Rissen zu suchen.
Dann kam Siliziumnitrid. Siliziumnitrid-Zünder sind wesentlich langlebiger. Sie verfügen über eine glatte, porenfreie Oberfläche und sind viel schwerer zu brechen. Sie erwärmen sich schneller als Siliziumkarbid-Zünder, verbrauchen weniger Energie und halten länger. Siliziumnitrid-Zünder speichern weniger Wärme und nutzen sich nicht so schnell ab. Unter normalen Betriebsbedingungen kann ein Zünder mit heißer Oberfläche bis zu zehn Jahre halten. Im Vergleich zu Siliziumkarbid überdauert Siliziumnitrid diese um das Zwei- bis Siebenfache.
Der Markt hat reagiert. Siliziumnitrid-Zünder machen mittlerweile 65 Prozent des weltweiten Marktes für Zünder für heiße Oberflächen aus, während Siliziumkarbid die restlichen 35 Prozent hält. Der weltweite Markt für Heißflächenzünder wurde im Jahr 2025 auf etwa 247 Millionen US-Dollar geschätzt und wird bis 2031 voraussichtlich 383 Millionen US-Dollar erreichen, was einem jährlichen Wachstum von 7,6 Prozent entspricht. Große Hersteller wie Coorstek und SCP Limited dominieren den Markt, wobei die beiden größten Anbieter über 30 Prozent des Marktanteils halten. Der asiatisch-pazifische Raum ist mit 53 Prozent der weltweiten Nachfrage führend beim Verbrauch, gefolgt von Nordamerika mit 26 Prozent und Europa mit 16 Prozent.
Das Thermoelement spielt in diesem Ökosystem eine unterstützende, aber wesentliche Rolle. Bei Gasgeräten ist das Thermoelement ein wichtiges Sicherheitsmerkmal, das die Gaszufuhr automatisch unterbricht, wenn die Zündflamme erlischt. Durch die Zündflamme erhitzt, erzeugt das Thermoelement einen kleinen elektrischen Strom, der ein Magnetventil offen hält. Erlischt die Flamme, fällt die Spannung ab und das Ventil schließt. Der weltweite Thermoelementmarkt soll von 780 Millionen US-Dollar im Jahr 2025 auf über 1 Milliarde US-Dollar im Jahr 2033 wachsen. In Gasheizsystemen und Öfen bleiben Thermoelemente für die Flammenüberwachung und Sicherheitsabschaltung unverzichtbar.
Der Wechsel von Zündflammen zur Zündung mit heißen Oberflächen war nicht nur eine schrittweise Verbesserung. Es handelte sich um eine grundlegende Neugestaltung der Funktionsweise von Gasgeräten. Keine stehende Flamme. Kein verschwendeter Kraftstoff. Ein Keramikelement, das sich bei Bedarf entzündet und jahrelang hält. Siliziumnitrid hat es möglich gemacht, und die Industrie hat nicht zurückgeschaut.

